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Sonnenlicht und Schutzmaßnahmen

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Bei andauernder direkter (oder auch indirekter) Sonneneinstrahlung werden Sonnenbrand, Alterung der Haut, Hauterkrankungen und ggf. auch Hautkrebs gefördert. UV-Strahlen verändern die DNA. Diese Veränderungen werden in der Regel vom Körper selbst repariert; allerdings kann diese Fähigkeit nachlassen. Die Überlastung dieser Funktionen können Hautkrebs zu Folge haben.
Allein das Risiko Sonnenbrand wird häufig unterschätzt. Die Klassifikation nach ICD-10 unterteilt Sonnenbrand in fünf Stufen: L55.0 Dermatitis solaris acuta 1. Grades, L55.1 Dermatitis solaris acuta 2. Grades. L55.2 Dermatitis solaris acuta 3. Grades, L55.8 sonstige Dermatitis solaris acuta sowie L55.9 Dermatitis solaris acuta, die nicht näher bezeichnet ist. Der Sonnenbrand 1. Grades ist dabei die gefährlichste Form. Man kennt diese Einteilung in Graden auch bei Hautverbrennungen.
Der Sonnenbrand als solches ist eine Hautentzündung, die durch UV-Strahlen (Sonne, Solarium usw.) erzeugt und durch starke Rötung der Haut angezeigt wird. Welch negativen Effekt ein ausgiebiges Sonnenbad erzeugen kann, wird schon allein an der Tatsache deutlich, dass die Rotfärbung (die noch, wie auch andere Folgen des Sonnenbrandes, bis zu 24 Stunden später in Erscheinung treten kann) nicht etwa den Brandeffekt darstellt, sondern bereits den Versuch des Körpers, der Hautentzündung durch vermehrten Blutfluss entgegenzuwirken. Wenn also der Sonnenbrand durch Hautrötung angezeigt wird, ist die Beschädigung der Haut bereits längere Zeit erfolgt. Daher macht es wenig Sinn, beim Sonnenbaden auf Sonnenschutz zu verzichten und stattdessen sozusagen auf Bräunung interruptus (sofortiges Aufsuchen von Schatten bei sichtbarer Rötung) zu vertrauen. Die Verletzung der Haut ist bereits erfolgt. Zur Behandlung reicht dann nicht mehr nur die Vermeidung weiterer Strahlenzufuhr.
Andere Haut- und Körperreaktionen können allergische Abwehrreaktionen, Frieren (die Haut schützt nicht mehr vor Wärmeverlust), Sonnenstich usw. sein. Bei der akuten Behandlung gilt zuerst die Weisheit der Ersten Hilfe: Um die Ecke bringen und kalt machen. Der Sonnenanbeter sollte in kühlenden Schatten gebracht werden und zusätzlich aber vorsichtig gekühlt werden. Der Einsatz von Kältesprays ist dagegen nicht angezeigt und kann die Verbrennungen noch um ein Vielfaches verstärken. In der Regel ist die Behandlung durch einen Arzt angezeigt.

Schutzmaßnahmen

Wer die unangenehmen Folgen zu intensiver Sonneneinstrahlung vermeiden möchte, sollte rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen. Diese sind beileibe vielfältiger als nur die Verwendung eine Sonnencreme.
Sinnvollerweise vermeidet man so weit wie möglich die direkte Sonneneinstrahlung. Dazu gehört allerdings auch das Wissen um die akuten Gefahren. In Höhenlagen etwa nimmt die Strahlenbelastung deutlich zu, und zwar um rund 15 Prozent pro 1000m. Dies reduziert die Erfolgsaussichten einer Sonnenmilch mit höherem Lichtschutzfaktor. In der Mittagszeit (11-13 Uhr) ist die Gefährdung am größten. Dabei sollte man sich wieder klar werden, dass die UV-Strahlen im nicht sichtbaren Wellenbereich liegen. Wer also von halb 12 bis halb 1 eine Stunde bei bewölktem Himmel am Strand liegt (Sand reflektiert bis zu 50 Prozent, es resultiert also eine deutliche Erhöhung der Strahlenwirkung; auch Schnee – 80 bis 90 Prozent – und Wasser – 75 Prozent – erhöhen die Gefährdung) belastet seine Haut womöglich mehr, als jemand, der sich von 18 bis 21 Uhr direkt den Strahlen der untergehenden Sonne aussetzt.
Unterschätzt wird nicht selten auch die Gefährdung im Auto. Die Sonneneinstrahlung wird beispielsweise auf den Vordersitzen kaum wahrgenommen, weil die Klimaanlage für eine angenehme Kühle sorgt. Die UV-Strahlen hält dies nicht ab, es sei denn, die Scheiben sind mit entsprechenden Filtern ausgestattet. Derartige Belastungen im Straßenverkehr und bei den Anfahrtswegen zum anvisierten Tatort der Bräunung können jede Berechnung des Schutzfaktors zunichte machen. Wer dann am Strand peinlich genau auf die Einhaltung der Schutzfunktionen einer Sonnencreme geachtet hat, ahnt vielleicht gar nicht, dass der Sonnenbrand schon im Körper angekommen ist.
Wirksame Schutzmaßnahmen sind neben Gebäuden und Unterständen auch Kleidung und Kopfbedeckung. Hierbei ist zu wissen, welche Kleidung etwa UV-Strahlen abbremst und welche sie ungehindert durchlässt. Auch Sonnenschutz Markisen eignen sich gut, auch wenn es darunter oft sehr drückend und stickig wird, weil die heiße Luft nicht entweichen kann.

Kleidung als Sonnenschutz

So einfach ist es für den Laien nicht, herauszufinden, welche Stoffarten etwa hohen Sonnenschutz bieten und welche nicht. Baumwolle beispielsweise wird oft unterstellt, einen guten Schutz zu bieten. Untersuchungen zeigten aber auch hier durchaus Unterschiede zwischen preiswerten und teueren Produkten. Manche Billig-T-Shirts ergaben bei der Messung nur einen Schutzfaktor von weniger als 5, während andere über 50 erreichten. Bei Kleidung aus Wolle wurden ausschließlich Messwerte jenseits von Faktor 40 festgestellt. Leinen erreichte LSF (Lichtschutzfaktor) 5 bis 25. Bei Viskose waren über 80 Prozent der Produkte im Bereich unter LSF 15. Polyamide konnten mit Werten unter 10 und auch mit Werten über 50 gemessen werden. Polyester und Mischstoffe fielen sehr positiv aus, da sie beim LSF überwiegend jenseits von 40 lagen.
Nun bringt ein hoher Lichtschutzfaktor natürlich wenig, wenn das Tragen der Kleidung unangenehm ist. Wolle beispielsweise wird von vielen Menschen als kratzig auf der nackten Haut empfunden und daher eher im Winter zum Überziehen verwendet. Ähnliches gilt wohl auch für die künstlichen Stoffe Polyamide und Polyester.
Die Frage nach der passenden Kleidung ist vor allem bei Kindern ein großes Problem. Wenn sie sich nicht wohl fühlen oder sich in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sehen, ist die Kleidung nicht unbedingt zweckmäßig. Von großer Bedeutung ist allerdings der Kopfschutz, weswegen Hüte und Mützen sinnvoll sind. Ein Sombrero mag nicht jedermanns Sache sein, funktioniert aber gut, zumal der Kopf, Gesicht, Hals und Schultern zu exponierten Körperpartien gehören.

Sonnenbrille

Wenn eine Sonnenbrille eingesetzt wird, sollte sie hochwirksame Filter gegen UV-Strahlen besitzen und die Augen weiträumig schützen. Eine dunkle Brille ohne Filter bewirkt gerade das Gegenteil. Die Pupillen weiten sich und nehmen entsprechend mehr Strahlung auf.

Verhalten

Ein wirksamer Sonnenschutz ist natürlich auch der Umgang mit dem Sonnenbad. Dazu gehören das Einhalten der maximalen Zeiten in der Sonne anhand des Lichtschutzfaktors der Sonnencreme bzw. Sonnenmilch, aber auch der vernünftige Umgang damit. In vielen Fällen ist das Sonnenbaden eine sehr aggressive Methode, eine Bräunung der Haut hervorzurufen. Das gilt natürlich auch für Solarien. Möglicherweise zeigt ein fleißig an frischer Luft, aber im Schatten verbrachter Sommer die tatsächlichen Bräunungsqualitäten der Haut.
Sogar die Beachtung der Jahreszeiten kann Sonnenbrände vermeiden. Wer sich früh im Jahr nach gebräunter Haut sehnt, geht oft ein erhöhtes Risiko ein. Der Höchststand der Sonne (und damit die stärkste Strahlenwirkung; kürzester Weg) wird durchschnittlich am 21./22. März am Äquator bzw. am 21./22.Juni am nördlichen Wendekreis erreicht. Wer im sonnigen Herbst an die Ostsee fährt, kann wesentlich länger sorgenfrei in der Sonne baden, als diejenigen, die in den Osterferien im Mittelmeerraum urlauben. Allerdings sind die Kollegen dann schon ein halbes Jahr braun (oder rot).
Die UV-Strahlenbelastung lässt sich messen und – von Ort zu Ort – vergleichen. Für eine vereinfachte Darstellung sorgt dabei der UV-Index, der auch bei der Berechnung der maximal erlaubten Sonnenzeit (LSF) von Bedeutung ist. Eingeteilt ist der UV-Index von 0 bis 12 (12 steht für den üblichen Maximalwert am Äquator, es werden aber manchmal auch höhere Werte gemessen), wobei die Strahlenintensität sich mit jeder Stufe verdoppelt (UVI 2 bedeutet 50 Joule pro Quadratmeter, während UVI 1 lediglich 25 J/m² wiederspiegelt).
Bei UVI 2-4 spricht man schon von einer mittelstarken UV-Strahlenbelastung, die bei empfindlichen (meist hellhäutigen) Menschen schon ab 30 Minuten Aufenthalt in der Sonne zum Sonnenbrand führen kann. UVI 5-7 erreicht diesen Effekt schon ab 20 Minuten. Hier sind Schutzmaßnahmen nicht nur empfehlenswert, sondern erforderlich. Ist der UVI bei 8 oder höher besteht die Sonnenbrandgefahr schon bei kürzesten Aufenthalten in der Sonne. Schutzmaßnahmen sind dringend erforderlich.
In der regionalen Praxis bedeutet dies beispielsweise, dass in Deutschland auf dem 52. Breitengrad ein UVI von 5-7 von Mai bis August erreicht wird. Im April liegt der Wert bereits bei 4, während er im September schon wieder 3 erreicht. Auf Mallorca (39°N) ist ein UVI von 5-7 auch für die Monate April und September üblich. Dazwischen (Mai bis August) liegt der Wert durchgängig über 8 und erreicht im Juni und Juli UVI 9. Wer seinen Urlaub am Äquator verbringt (etwa in Kenia), sollte sich auf Werte zwischen 10 und 13 (!) einstellen.
Der regionale UVI wird täglich durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) veröffentlicht.

Sonnencreme, Sonnenmilch

Auch wenn die Hersteller gern anderes suggerieren und der Wunsch nach schön gebräunter Haut in den Urlaub führt – eigentlich dienen Sonnencreme und Sonnenmilch lediglich als ergänzende Maßnahmen zur Vermeidung von Sonnenbrand und anderen Hauterkrankungen.
Dabei bestehen Sonnenmilche aus einer Öl-in-Wasser-Emulsion (O/W), während bei einer Creme dem Öl Wasser zugeführt wurde (W/O-Emulsionj). Damit kommt den Produkten nicht nur die Aufgabe zu, die Haut mit einem wirksamen Sonnenschutz gegen UVA- und UVB-Strahlen zu versehen, sondern auch die durch Sonne, Wind und Wasser getrocknete Haut zu fetten. Der große Markterfolg der Sonnenmilch beruht auf der Tatsache, dass sie sich in der Regel besser auftragen und verreiben lässt und zudem noch eine stark kühlende Wirkung besitzt.

Wie erreicht die Sonnenmilch den Schutz?

Nachdem bis in die 1980er Jahre vor allem der chemische Schutz üblich war, konnte der Lichtschutzfaktor erheblich erhöht werden, seitdem auch physikalische UV-Filter konzentriert eingesetzt werden.
Der chemische Schutz sorgt dafür, dass die nicht sichtbaren kurzwelligen UV-Strahlen in langwelligere Strahlen im sichtbaren Bereich umgewandelt werden. Sie reduzieren dabei nicht nur ihre ultraviolette Gefährlichkeit, sondern auch ihre Energie.
Der physikalische Schutz basiert auf kleinsten Partikeln in der Creme bzw. der Milch, die dafür sorgen, dass die Strahlen abgelenkt werden. Schon vor den 1980er Jahren wirkten physikalische Filter wie Eisenchlorid, Zink usw., die allerdings meist sichtbare Spuren auf der Haut hinterließen (weißlicher Glanz) und daher unbeliebt waren. Erst Mikropartikel aus Titan und Zink (als Oxide) sorgten für die erwünschten Erfolge ohne die unerwünschten Nebenwirkungen.
Im Gegensatz zu den chemischen Filtern dringen die physikalischen Filter nicht tiefer in die Haut ein. Sie bleiben an der Oberfläche, weswegen allergische Reaktionen auf Sonnencreme bzw. Sonnenmilch eher selten sind. Allerdings können diese Stoffe bei entsprechender Kontaktallergie auch zu eigenständigen Reaktionen führen. Eine Hautrötung wird dann vielleicht fälschlicherweise als Sonnenbrand definiert. Wer solche Erfahrungen vermeiden möchte und über eine empfindliche bzw. allergieaggressive Haut verfügt, sollte entsprechende Produkte im Winter testen.







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